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1. Mitralklappeninsuffizienz (MVD)
Hierbei handelt es sich um eine „Undichtigkeit“ der Herzklappe zwischen linkem Vorhof und linker Herzkammer. Bei jedem Herzschlag wird Blut aus der Lunge in den linken Vorhof und die linke Kammer gepumpt. Anschließend muss sich eben diese Mitralklappe schließen, damit in der zweiten Herzaktion das Blut aus der Kammer in den Körperkreislauf gepumpt werden kann. Ist nun diese Klappe undicht, strömt ein Teil des Blutes wieder zurück in den Vorhof und geht damit dem Körperkreislauf in der Austreibungsphase der Kammer verloren. Das Herz muss also öfter schlagen, um die gleiche Blutmenge vom Lungen- in den Körperkreislauf zu transportieren.
Wie kommt es nun zu dieser undichten Stelle? Die häufigste Ursache ist eine Mitralklappenendokardose, bei der sich die Klappenränder verdicken, damit verkürzen und nun nicht mehr die vollständige Öffnung abdecken können. Eine weitere mögliche Ursache ist die Degeneration der Klappenfäden, die für das Öffnen und Schließen verantwortlich sind und dafür sorgen sollen, dass die Klappen bei Schluss in einer Waagerechten gehalten werden. Nur in dieser Waagerechten kann die maximale Länge erreicht werden und die Öffnung komplett verschlossen werden. Die Mitralklappeninsuffizienz ist die häufigste Herzerkrankung des Hundes. Die Prävalenz steigt mit zunehmendem Alter, ca. 10% aller 5 bis 8 jährigen, ca. 25% aller 9 bis 12 jährigen und 35 % aller über 13 jährigen Hunde sind betroffen. Beim Cavalier King Charles Spaniel tritt nun die Besonderheit auf, dass diese degenerativen Veränderungen bereits in früherem Alter auftreten, als bei anderen Kleinhunderassen und dadurch eine höhere Prävalenz zu erwarten ist. Die VDH-Zuchtvereine arbeiten bereits seit Jahren an der Bekämpfung dieser Erkrankung, mit ersten Erfolgen. So konnte der Prozentsatz der bereits in frühen Jahren an MVD erkrankten Cavaliere erheblich gesenkt werden. Doch sind wir uns bewusst, noch ein großen Stück vor uns zu haben und wir weiter hart an der Bekämpfung dieser Erkrankung des Cavaliers arbeiten müssen.

Zuchtbestimmungen im CCD:
Alle Hunde, die zur Zucht eingesetzt werden, müssen regelmäßig mittels Auskultation und / oder Herzultraschall auf MVD untersucht werden. Dabei müssen Rüden einmal im Kalenderjahr, Hündinnen max. 4-6 Wochen vor einem geplanten Deckakt untersucht werden. Das Ergebnis der Auskultation wird in einem vom CCD entwickelten Gesundheitspass eingetragen, der bei jeder Zuchtverwendung dem Zuchtbuchamt vorgelegt werden muss. Zusätzlich werden Gesundheitspässe an alle im CCD eingetragenen Welpen ausgegeben, um einen möglichst großen Rücklauf von Liebhabertieren zu bekommen und so die einzigartige Möglichkeit zu erhalten, Zuchtlinien bezüglich ihrer Herzgesundheit zu bewerten und besonders gefährdete Verpaarungen vermeiden zu können.

2. Patella-Luxation (PL)
Die Kniescheibe (lateinisch Patella) liegt normalerweise in einer Gleitrinne im Oberschenkelknochen. Bei einer PL „rutscht“ nun die Kniescheibe aus dieser Gleitrinne und führt bei Überquerung des Rinnenrandes zur Abnutzung der Knorpeloberfläche und damit zu Schmerzen, Arthrosen und Lahmheiten. Betroffene Tiere zeigen dabei z.T. ein charakteristisches Hüpfen, um das Bein, bei dem die Patella luxiert ist, zu entlasten. Rutscht die Patella wieder in ihre Rinne zurück, wird das Bein wieder normal belastet.

Zuchtbestimmungen im CCD:
Jeder Hund muss vor Zuchtverwendung auf PL untersucht werden (Mindestalter: 12 Monate). Es dürfen nur PL-freie Tiere zur Zucht eingesetzt werden.

3. Syringomyelie (SM) & Arnold Chiari Maldeformation (CM)
Diese Krankheit ist keine „neue“ Krankheit, auch wenn sie erst seit Kurzem durch neuerliche wissenschaftlich Erkenntnisse in die Diskussion gekommen ist. Zuvor oft als individuelle „Macke“ bezeichnet, wissen wir heute, dass es bei der SM infolge einer Störung der Gehirnflüssigkeitszirkulation zu einer Bildung von flüssigkeitsgefüllten Hohlräumen im Rückenmark kommt. Betroffene Hunde zeigen z.T. eine Sensibilität im Nackenbereich und ein vermehrtes scheinbares Kratzen am Ohr auf zumeist einer Seite. Dabei berühren die Hunde in den meisten Fällen ihr Ohr nicht richtig und bei Kontrolle der Ohren kann keine diesbezügliche Ursache gefunden werden. Das Problem in der Erkennung der Erkrankung besteht in der Vielfältigkeit der Symptome, die von dem beschriebenen typischen Schein-Kratzen bis hin zu unspezifischen Lahmheiten oder einer gekrümmten Körperhaltung reichen. Das Wissen um die Entstehung und den Erbgang dieser Erkrankung ist leider noch lückenhaft, es wird jedoch mit dem heutigen Datenmaterial davon ausgegangen, dass ca. 3 - 5 % der Cavaliere im Laufe ihres Lebens mehr oder weniger stark ausgeprägte Symptome ausbilden.
Ein in Zusammenhang mit der Syringomyelie oft benutzter Begriff ist die sogenannte "Arnold Chiari-Malformation (CM)". Dabei muss deutlich darauf hingewiesen werden, dass diese Erscheinung in Zusammenhang, jedoch auf keinen Fall gleichzusetzen ist mit dem oben genannten Geschehen der Syringomyelie ! Bei der CM ist der hintere Teil des Schädels im Verhältnis zu den anderen knöchernden Strukturen kleiner ausgebildet. Dabei kommt es teilweise zu einer mehr oder weniger starken Verlagerung des Kleinhirns in das Hinterhauptsloch. Diese Besonderheit findet sich bei vielen brachicephalen Kleinhunderassen - wie z.B. Chihuahua, Yorkshire Terrier, Malteser, Zwergpudel, King Charles Spaniel, Französische Bulldogge und eben leider auch bei unseren Cavalieren. Durch bildgebende Verfahren wie CT und MRT können heute diese Veränderungen detektiert werden, die früher noch unbekannt waren. Bei Untersuchungen von hunderten Cavalieren konnte diese Besonderheit des Knochenschädels leider bei 95% der Cavaliere gefunden werden. In den folgenden Jahren werden Testverpaarungen und weitere Untersuchungen zeigen, in wiefern dies züchterisch angegangen werden kann. Es sei aber nochmals deutlich darauf hinzuweisen, dass eine CM keinesfalls unbedingt eine SM bedingt und schon lange nicht zwangsläufig zu Problemen bzw. Symptomen bei betroffenen Hunden führt ! Das zeigen schon alleine die Prozentsätze der betroffenen Tiere - 95% zeigen eine Chiari-Maldeformation, jedoch zeigen - zum Glück ! - nur ein Bruchteil davon auf dem MRT eine Syringomyelie und nur 3-5 % zeigen Symptome. Ohne Frage, sind es eindeutig 3-5 % ZUVIEL und es ist an uns, geeignete Zuchtmaßnahmen zur Bekämpfung der SM / CM auf den Weg zu bringen.
Die ersten Zuchtmaßnahmen wurden bereits 2005 auf den Weg gebracht und die Zuchtvereine des VDH sind weiter bemüht, diese zu verfeinern und zu verbessern - immer im Bestreben zur Verbesserung der Erbgesundheit unserer geliebten Rasse.

Zuchtbestimmungen im CCD:
Hunde mit neurologischen Auffälligkeiten sind von der Zucht auszuschließen. Die Daten von tierärztlich bestätigten Fällen werden gesammelt und die Informationen an die Zuchtwarte weitergeleitet. Nur so können Risikoverpaarungen vermieden werden.

4. Augenerkrankungen
Beim Cavalier scheinen Augenerkrankungen, vor allem Retinadysplasie und erblich bedingter Katarakt, im Gegensatz zu den drei vorgenannten Erkrankungen eine eher untergeordnetere Rolle zu spielen. Auch wenn eine Untersuchung im CCD nicht verpflichtend ist, so haben werden regelmäßig stichprobenhafte Untersuchungen quer durch die Population durchgeführt. Dadurch kann dazu beigetragen werden, dass ein eventuell einmal aufkeimendes Problem rechtzeitig erkannt werden kann und ggf. Zuchtmaßnahmen eingeleitet werden können. Die Ergebnisse der freiwilligen Augenuntersuchung werden direkt vom untersuchenden Tierarzt verpflichtend an das Zuchtbuchamt gemeldet und der Befund in die Papiere aller Nachkommen übernommen. Für die Untersuchung sind daher nur besonders qualifizierte und vom VDH benannte Augenspezialisten zugelassen.

5. Hüftgelenksdysplasie (HD)
Bei dieser vor allem bei schwergewichtigen Rassen vorkommenden Fehlentwicklung des Hüftgelenkes kommt es zu einer abnormalen Beweglichkeit des Hüftgelenkkopfes in der entsprechenden Gelenkspfanne. Dies führt zu Arthrosen und Schmerzhaftigkeiten und kann auch bei kleinen Hunden zu Lahmheiten unterschiedlichen Grades führen. Flächendeckende jahrelange Untersuchungen beim Cavalier haben gezeigt, dass die HD kein Hauptproblem unserer Kleinhunde ist, eine weitere Beobachtung jedoch notwendig erscheint. Auch wenn die Untersuchung auf HD im CCD nicht verpflichtend ist, so werden auf freiwilliger Basis geröntgte Tiere durch einen entsprechenden Vermerk in den Ahnentafeln der Nachkommen honoriert und die Untersuchung angeregt. Hunde mit mittlerer und schwerer HD werden sofort aus der Zucht ausgeschlossen.


Wir hoffen, Ihnen einen kleinen Einblick in unsere Bemühungen rund um die Gesundheit unserer geliebten Cavaliere gegeben zu haben. Auch wenn wir keine Orakel sind und nicht in die Zukunft blicken können, so wollen wir doch versuchen, unseren Welpen bestmögliche Voraussetzungen für ein langes und gesundes Hundeleben mit auf den Weg zu geben.

Autor: Tanja Schumann
 
Was tun wir für die Gesundheit unserer Hunde?
Wir alle haben ein gemeinsames Ziel: Wir alle wollen fröhliche und vor allem gesunde Cavaliere. Züchten bedeutet Verantwortung und wir - die Züchter des CCD e.V. - sind uns dieser Verantwortung bewusst und wollen uns dieser auch stellen. Dazu gehört, eventuell auftretende Probleme - wie sie bei Hunden gleich welcher Rasse auftreten können - zu erkennen und diese ggf. durch geeignete Untersuchungen zu überwachen und von der Zucht auszuschließen.
Wie Sie sich sicher denken können, ist dies keine leichte Aufgabe und fordert Umsicht und Sachverstand. Doch wir versuchen unser Bestes im Sinne unserer vierbeinigen Freunde. Im Nachfolgenden geben wir Ihnen eine kleine Übersicht über Krankheiten, die von den Züchtern unseres Vereines beobachtet werden und welche Anforderungen diesbezüglich vom Verein an unsere Zuchttiere gestellt werden. Dabei handelt es sich teilweise um Krankheiten, die beim Cavalier mit einer Inzidenz von nur 2-5% auftreten. Doch wie heißt es doch so schön? Problem erkannt - Gefahr gebannt!